Es könnte so einfach sein,….

Anbei mal wieder ein kleiner Einblick in mein Leben:
Die letzten 2 Wochen habe ich im Durchschnitt 12 Stunden am Tag gearbeitet.
Dumm, ich weiß.
Nicht gesund, ich weiß.
Selber schuld, ja ja ich weiß.

Gestern war dann der erste Nachmittag, an dem ich mal nicht völlig abgehetzt und hysterisch nach Hause kam. Mir war zwar klar, dass arbeitstechnisch noch eine Nachschicht anstand, aber immerhin war uns ein entspannter Nachmittag zu Hause sicher.
Schon den ganzen Tag manifestierte sich in mir der Wunsch ein Bad zu nehmen. Ein schönes, langes, heißes Wannenbad. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich es zwar mit Wasser (Fluss, Meer, See,..) habe, allerdings nicht sooo gerne in die Wanne steige. Gerne in die Dusche, ungerne in die Wanne. Wie dem aber auch sei. Gestern wollte ich baden. Ich wollte mit Musik und einem Buch in Mitten von riesen Schaumbergen sitzen und kurz zu Ruhe kommen.

Genau das wollte ich. Der Plan war also, Kind und Katzen zu versorgen und mir dann 15 Minuten Auszeit zu nehmen. Gesagt getan. Ich hab drei verschiedene kleine Gerichte zubereitet und gemütlich mit dem Kind gegessen, habe die Katze gefüttert, anschließend Mathe gelernt für die bevorstehende Schularbeit, alles weggeräumt, mir ein Magazin geschnappt und die Wanne eingelassen.

Und dann, dann ist mir die Situation… na, nennen wir es mal „entglitten“.

Das Kind, das sonst nie badet, hat sofort seine Chance gewittert, mit mir uneingeschränkt Zeit verbringen zu können und mich so lange belagert, bis sie mitdurfte. Das war mir aus mehreren Gründen nicht recht, ich war aber – wie so oft – zu schwach mich durchzusetzen. Alle Meldungen von wegen: Ich möchte aber meine Ruhe haben und mich entspannen, wurden in den Wind geschlagen. Wir landeten also gemeinsam in der Wanne. Mit dem Endergebnis, dass mein Magazin total nass, dafür aber ungelesen zurückblieb. Ich sämtliche Fragen zu meinen Narben und vor allem auch zu meiner Hornhaut an den Füssen (mein absolutes Lieblingsthema!!!!!!) beantworten musste.

Meine heiß herbeigesehnten 15 Minuten Ruhe waren dahin. Das Kind fragte tausend Fragen, zappelte hin und her und her und hin und zerstörte, bewaffnet mit zahlreichen Plastikbechern und Löffeln, meine wunderschönen Schaumberge.
Zu guter Letzt beschloss dann noch die Katze, dass sie auch gerne mit von der Partie wäre und begann jämmerlich und konsequent vor der Tür zu miauen. Das hat sie auch so lange durchgezogen, bis ich die Nerven verlor, mich aus der Wanne erhob, und triefend nass, das doofe (aber entzückende) Fellding ins Badezimmer lies.
Das war´s dann mit der Entspannung. Kaum zu glauben, wie schwer es sein kann, einmal 15 Minuten ALLEINE zu verbringen und zu baden.

Und hier mal wieder das passende Lied

Advertisements

Eine Runde Mitleid bitte…

.. aber bitte nicht für mich.
Nein, ich brauch es nicht.
Ich mache alles wie immer:

  • Arbeite Vollzeit und mehr
  • Blogge offiziell und inoffiziell
  • Trainiere 3-5x die Woche
  • Ziehe ein Kind groß
  • Versuche eine Distanz-Beziehung zu führen
  • Und halte den Alltag im Zaum.

Habe ich was vergessen?

Ach ja,

  • mein Sozialleben
  • die Überstunden und
  • die Tatsache, dass ich einen Haushalt für 1,5 Personen und aktuell zwischen 1-2 Katzen führe. Meine Eltern? Hab ich die schon erwähnt, ja die gibt es auch noch. Und die Steuer und die Versicherungen und so. Aber ja genau, das fällt unter Alltag.

Das war´s?
Ja ich glaube das war´s.
Geht sich alles locker aus in einer Woche. Man braucht nur ein gutes Zeitmanagement, Durchhaltevermögen und den Willen, seine engsten Freunde selten zu sehen. Aber ansonsten geht es. Und ist frau es erst gewöhnt, geht es noch viel leichter.

In diesem Sinne: Nein, ich brauch Euer Mitleid nicht.
Das Mitleid braucht bitte der Vater des Kindes.
Der sogenannte Erzeuger.
Der, der das Kind endlich mal wieder – wartet – ähm vier Tage am Stück hat.
Davon aber leider einen Tag arbeiten muss.
Ihr kennt das. Termine, Termine.
Termine, die man unter allen Umständen nicht verschieben kann, weil… naja, weil… na weil, die halt super wichtig sind und man die nur weil einmal das Kind da ist, nicht verschiebt. Ne, das geht einfach nicht.

Eine Runde Mitleid bitte, weil er ebenso viel zu tun hat. So viel, dass ich aus über 380 km Entfernung mal schnell alles zusätzlich so regel, was da so anfällt.

Eine kaputte Snowboard-Bindung?
Kein Thema, ich checke das (by the way: DANKE an den großen und einzigartigen Spezial-Freund im Leben meiner Tochter!).
Skikurs, Reitstunden, Freunde treffen, Kino mit Oma? Kein Thema. Das bekommt frau easy mit dem Telefon hin. Eine whatsapp da, eine dort und schon hab ich neben meinem aktuell unfassbaren Arbeitspensum auch den Rest geregelt.

Aber bitte honorieren wir: die Arbeit des Erzeugers.
Der ja auch viel um die Ohren hat und der diesmal auch noch das Kind holen musste und es jetzt zwischen den Omas hin- und herbringen muss (sofern es die Omas nicht selber holen und bringen). Wegen dem Termin. Der Termin der nicht zu verschieben war. Kann man ja auch nicht wissen, wann die Semesterferien sind. Kommt ja immer alles so überraschend. Da kann man sich unmöglich mal 3 Tage freimachen. Unmöglich. Wirklich.

 

 

 

 

 

So sorry.
Verzeiht mir meinen „leicht zynischen“ Beitrag.
Aber das musste jetzt einfach sein.
Kotz, Würg.

Jetzt geht es mir nämlich besser.
Nächste Mal dann wieder Jubel, Trubel, Heiterkeit.

 

Bussi Bussi
Euer Mutterschiff.

Haare, Haare..

Was mich noch mehr nervt als die Diskussion „Wie möchtest Du heute Deine Eier“ ist das Thema Haare. Im Speziellen meine ich damit das Thema „Haare frisieren“.

Dazu gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.
Die gute ist: Das Kind und ich sind gesegnet mit einer unfassbaren Menge an Haaren. Dickes, langes, festes Haar und davon mehr als genug. Das ist toll! Ja, das stimmt. Das schlechte daran – und jetzt kommt auch gleich die schlechte Nachricht – ist, dass man es bürsten muss. Man muss es täglich bürsten. Genau genommen sollte Frau es am besten morgens und abends bürsten. Oder zumindest morgens. Tut man das nicht, hat man irgendwann mal nur mehr EIN gaaaaaanz dickes Haar. Kurz bevor alles zu einem Haar wird, könnte man sich auch überlegen, eine ganze Adlerfamilie zu beherbergen. Die kann sich nämlich easy am Hinterkopf ein Nest aka Horst bauen. Dabei rede ich von einer Adler-Großfamilie: Vater, Mutter und mindestens 3 Junge.

Hmmm…

Alles nicht so schlimm, denkt ihr.
Ich übertreibe, denkt ihr.

Ja eh. Es ist alles machbar, wäre da nicht das morgendliche Ritual des Bürstens. Das Kind -knapp 10 – weigert sich nämlich stetig, diesen Prozess selber in die Hand zu nehmen. Also muss Mama herhalten und das im wahrsten Sinne des Wortes. Da wird gebrüllt, geweint, geschimpft, getreten, geheult, erklärt, resigniert, gedroht, gebettelt, versprochen und was weiß ich noch alles. Wir durchleben auf jeden Fall in 3 Minuten Bürsten alle Höhen und Tiefen, die das Universum so zu bieten hat und das TÄGLICH. Juhu. Wie geil.

Ich schwöre, an dem Tag an dem das Kind sich endlich selber bürstet, mache ich mir eine Flasche Whiskey auf und feiere, dass ich wieder ein Stück meiner Freiheit zurückhabe.

In diesem Sinne möchte ich allen Mamas von Töchtern mit langen Haaren folgendes mitgeben „Ladies, I feel you.“

Und hier mal wieder ein Video.

Faszinierend.

 

Faszinierend.
Kinder sind faszinierend.
Was ich so toll an ihnen finde, ist, dass sie so im Moment leben.
Sie können sich völlig im Moment verlieren. Da vergessen sie alles.
Alles was rundherum passiert oder passieren soll. Sie vergessen, was sie gerade tun wollten, oder tun sollten. Wo sie hinwollten, oder dass sie eigentlich etwas erledigen wollten.
Sie leben für den Augenblick.

Ich beneide meine Tochter nahezu jeden Tag für diese Gabe.

Ich bin genau das Gegenteil. Ich habe immer zehntausend Dinge im Kopf. Ich habe teilweise so viele Dinge im Kopf, dass ich Sachen vergesse, weil mein Kopf so voll ist. Oder ich mach Dinge nur halb, weil ich bereits geistig und nahezu auch körperlich schon beim nächsten Punkt meiner To-Do Liste bin. Das ist teilweise erschreckend. Ist aber irgendwie so. Und vielleicht bewundere ich meine Tochter gerade deswegen so, weil sie eben die Gabe hat, alles andere auszublenden und sich nur auf die Sache zu konzentrieren, die sie vor sich hat. Und ich bin auch der festen Überzeugung, dass sie keine To-Do Liste im Kopf hat. Da ist nicht mal ein einziges To-Do. Neid.

Nur manchmal, manchmal wunder ich mich dann schon.
Nämlich dann wenn das Kind es nach knapp 3,5 Jahren Schule immer noch schafft, in der Früh ohne Schultasche aus dem Haus zu gehen.
Sie vergisst sie einfach.
Sie denkt nicht an die Schultasche.
Ich kann diese sogar packen und ihr direkt vor die Füße stellen. Sobald sie die Jacke anzieht, ist die Schultasche Geschichte. Diese existiert nicht mehr. Weg.
Erst am Weg zur Schule realisiert sie, dass da was fehlt. Manchmal merkt sie es schon unten auf der Straße.
Manchmal.

Faszinierend.
Wirklich Faszinierend.

Spock würde auch sagen…..

 

3 Dinge für 2018

Was ich Euch wünsche?
Alles was Ihr Euch wünscht und noch viel mehr.
Viel Zeit, viel Liebe und tausend schöne Abenteuer.

Was ich mir wünsche?
3 Dinge.

  1. Mehr Egoismus im Sinne von Family First…

Ich möchte meiner Arbeit sowie meinen lieben To-Do Listen weniger Bedeutung und dafür mehr Ignoranz zukommen lassen.
Und für den Fall, dass mal wieder wirklich alles brennt, super wichtig und nicht zu verschieben ist, dann möchte ich jedes Mal innehalten und mir überlegen, ob es wirklich so sehr brennt, wie es sich gerade anfühlt.
Frei nach dem Grundsatz: zuerst mein Zwerg, dann ich und dann der Rest der Welt.

  1. Mehr Gelassenheit und weniger Perfektion…

Wenn ich mal was nicht so schaffe, wie ich es mir vorgenommen habe, darf „meine“ Welt nicht untergehen. Ich bin deswegen nicht gleich weniger Frau, eine schlechtere Mutter oder ein faules Mitglied unserer Gesellschaft.

  1. Mehr Abenteuer…

Es muss wieder deutlich mehr Zeit sein für Ausflüge, für Abenteuer, für kleine aber einzigartige Momente: Schwimmen in der Nacht, ein spontanes Konzert, ein Wochenende in den Bergen, ein Spaziergang am Strand, eine spontane Autofahrt nach Italien mit allen, die einem lieb sind…
Denn genau das sind die Momente, die das Leben lebenswert machen und an die man sich ewig erinnert.

IMG_3577.jpg

Happy 2018
und nicht vergessen, heute ist der 2te von 365 Tagen Rock´n Roll.
Kiss kiss Peng Peng

Das Fest der Liebe.

Jedes Jahr spielen meine Gedankenwelt, ich und die Realität dasselbe Spiel:

Mein Kopf: Ach, endlich Weihnachten. Mmmhhh es wird so schön. Wir fahren nach Hause. Feiern mit den Großeltern. Hören Weihnachtslieder. Essen Kekse. Trinken Champagner. Schauen alte Weihnachtsfilme und es wird der schönste und romantischte Abend der Welt.

Ich: Oh ja, das wird toll. Ich kann die Kekse förmlich schon riechen. Meine Eltern werden lachen, wir werden ewig plaudern. Das Kind wird Geschenke auspacken und hoffen, dass es das Christkind sehen.

Die Realität: Ho ho ho. Muuuhhaaahhhaaaaaa

Ich: Diesmal wird es wirklich besser. Wir werden nicht streiten. Der Ex wird nicht völlig verkatert und hinüber sein. Wir werden Ski fahren gehen und dann gemeinsam einen Abendspaziergang machen.

Mein Kopf: Vielleicht ist sogar mein Liebster da und hält mich im Arm. Meine Eltern vertragen sich und trinken in Eintracht ihre vier Flaschen Wein. Wir decken gemeinsam den Tisch und kochen und es wird sowie früher. Meine Mutter vergisst nicht, noch so zu tun als würde es das Christkind wirklich geben und mein Vater weiß zeitgerecht, wie die Anlage funktioniert, damit er die Weihnachtslieder spielen kann.

Die Realität: Ha ha ha. Seid ihr sicher. Ha ha ha.

Fazit: Die Realität hat gewonnen.

  • Zum Streiten angefangen haben wir um 16.30.
  • Die Anlage hat am 25ten dann eh funktioniert.
  • Meine Liebe war nicht da, um einen romantischen Abend mit mir zu verbringen, dafür der Ex.
  • Das Kind ist enttäuscht, weil die Oma sich so geschickt angestellt hat, dass es keinen offenen Fragen zum Thema Christkind mehr gibt.
  • Und das Putenfleisch, das meine Mutter – wie jedes Jahr – in der Überzeugung kauft, dass es das einzige Fleisch ist, das ich esse, liegt noch im Kühlschrank.
  • Wären Wein und Sekt nicht in rauen Mengen geflossen, würden wir vermutlich in der Zeitung stehen, irgendwas mit Familiendrama am 24.Dezember…

In diesem Sinne Frohe Weihnachten meine Lieben.

PS:
Ich: Aber nächstes Jahr dann, da mach ich alles anders.
Mein Kopf: Oh ja, da fange ich schon mitte Advent an, alles zu planen, damit es dann so richtig romantisch wird.
Die Realität: Hihihi. Das schau ich mir an. Ich freu mich jetzt schon.

 

 

Eier

Es geht nichts über eine gewisse Routine.

Jeden Samstagmorgen und auch Sonntagmorgen führen meine Tochter und ich folgende Konversation:

Ich: gerade aufgestanden und leicht verschlafen, am Weg in die Küche zum Frühstück machen.
Das Kind: schon etwas länger auf, aber immer noch verschlafen, meist vor dem Fernseher oder im (und ich meine IM) iPAD zu finden. (Und ja, ich weiß, das ist nicht sonderlich pädagogisch wertvoll, dafür kann ich aber länger schlafen als bis halb acht! Also bitte habt Gnade).

Ich: Was möchtest Du Frühstücken?
Das Kind: …
Ich: WAS möchtest Du Frühstücken?
Das Kind: …
Ich: Schatz, WAASS möchtest Du Frühstücken?
Das Kind: ..
Ich: Möchtest Du Eier?
Das Kind: …
Ich, am Weg ins Wohnzimmer: Haaalllllooooo, möchtest DU EIER?
Das Kind, blickt auf und nimmt mich das erste Mal wahr: Was?
Ich: Möchtest Du Eier??????
Das Kind: Ich hab Hunger.
Ich: Ja, eh. Ich mach grad Frühstück. Eier?
Das Kind: Ja.
Ich: Bitte.
Das Kind: Was?
Ich: Ja, bitte!
Das Kind: Ja eh.
Ich: Gut. (und gehe in die Küche).
Ich, aus der Küche: Wie möchtest Du Deine Eier?
Das Kind: …
Ich: WIE möchtest Du deine Eier?
Das Kind: …
Ich: Schaaatttzzzzz, WIE möchtest Du Deine Eier.
Das Kind: …

Ich, mit Eier und Kochlöffel in der Hand am Weg ins Wohnzimmer: WIE MÖCHTEST DU DEINE EIER.
Das Kind: ….
Ich, im Wohnzimmer: SAG MAL, WIE WILLST DU DEINE SCH* EIER?
Das Kind, schaut auf: Kannst Du mir ein neue Spiel runterladen.
Ich: ICH KANN JETZT GRAD GAR NIX, ICH WILL FRÜHSTÜCKEN. SAG MIR ENDLICH WIE
DU DIE VERF* EIER WILLST.

(In diesem Stadium befürchte ich meist, dass bald die Nachbarn auftauchen. Klingeln und mir sagen, wie sie ihre Eier gerne hätten und ob sie denn endlich fertig wären.)

Das Kind, relativ ungerührt: Verrührt.
Ich: Bitte.
Das Kind: Bitte.
Ich: ……

Am weg in die Küche, höre ich das Kind schreien: MAAAMMMAAAAAA, sind die Eier eigentlich schon fertig? Ich hab schon sooo Hunger.

Ich: ….